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Ist Monogamie realistisch? - Die Treue auf dem Prüfstand

Foto: Ein verliebtes Paar

Wurden Sie schon öfters gefragt, warum Sie monogam leben? Ist die Treue in einer Beziehung wichtig oder nebensächlich? Fragen über Fragen in einer immer liberaleren Gesellschaft.
Wie viel an Liberalität oder Freiheit verträgt jeder Einzelne von uns? Das ist die Frage, bei der es beim Thema Monogamie geht. Viele Menschen vertreten heute immer noch die Ansicht, dass es für die Psyche einer Person besser sei, monogam zu leben. Aber warum ist das so?

Die Sehnsucht nach Treue

Heute sind viele Beziehungsformen möglich. Es heißt, man trifft speziell in Großstädten immer mehr Menschen, die die herkömmliche Zweierbeziehung vernachlässigen und lieber anders leben. Auf alle Fälle glauben immerhin noch 74 Prozent der Deutschen an eine Liebe fürs Leben. Eine Statistik belegt das. Der Artikel "Sehnsucht - dauerhaftes Glück in der Liebe" beleuchtet die Hintergründe.

Wieso stellt sich dann doch immer wieder die Frage, ob Monogamie realistisch ist, wenn sich so viele Menschen danach sehen? Ist das Ideal hier höher als es die Realität ermöglicht? Anderen Statistiken zufolge gehen ja fast die Hälfte der Partner in Beziehungen fremd. Wieso ist das so, wenn sich doch fast Dreiviertel der beziehungsfähigen Menschen eine lebenslange Liebe wünschen?

Das Wollen und Tun stehen in Konflikt

In der Bibel steht schon: Der Wille ist zwar stark aber das Fleisch ist schwach. Vielleicht denken Sie: "Ich wünsche mir zwar die Treue meines Partners, ich selber kann aber leider nicht treu sein. Da würde ich ja viel zu viel verpassen"? Irgendwie hört sich das nach einer inneren Zerrissenheit und Willensschwäche an.

Im Band "Die Liebe und wie sich Leidenschaft erklärt" geht Bestseller-Autor Bas Kast auf ein faszinierendes Thema ein. Er stellt Überlegungen dazu an, warum wir uns verlieben und ob uns die Liebe blind macht. Er findet Antworten darauf, ob sich Gegensätze anziehen und ob Eifersucht eher schadet.

Forscher finden immer mehr Antworten, aber das Mysterium der Liebe lässt sich nie ganz entschlüsseln. Allerdings lassen gewisse Muster erkennen, warum manche Beziehungen glücken, andere hingegen nicht. Bas Kast ist es in seinem Buch gelungen, viele faszinierenden Erkenntnisse zu einer Logik der Liebe zu vereinen, die Sie sich für Ihr Leben zu Eigen machen können.

Man kann vom anderen nicht das verlangen, was man selber nicht geben möchte. Hier fängt es an, kompliziert zu werden. Was denn jetzt? Treue und Monogamie oder Polygamie und keine feste Zweierbeziehung. Dieser Konflikt scheint manchmal unlösbar. Und dennoch: Gerade dann, wenn Sie sich der Treue verschrieben haben, verschwindet häufig die innere Unruhe.

Im ersten Jahr ist das Gefühl der Leidenschaft und Anziehungskraft bei verliebten Paaren am Größten. Dabei sind die ersten Sekunden der Begegnung ausschlaggebend, ob Sie sich zu jemanden stark hingezogen fühlen. Da haben Sie persönlich keinen Einfluss darauf. Nach einer gewissen Zeit verflüchtigt sich dieses rauschartige Empfinden, das durch Dopamine ausgelöst wird.

Die Vernunft beachten

Dann haben Sie die Möglichkeit, Ihre Ratio wieder mit ins Boot zu holen. Entweder erliegen Sie dem Versuch, diesen Zustand der ersten Verliebtheit immer wieder erleben zu wollen, ganz so, also ob Sie immer wieder einen Joint rauchen. Oder Sie entscheiden sich dafür, etwas in die Tiefe einer Beziehung einzutauchen.

Zugegeben, es gehört schon sehr viel Unabhängigkeit und Reife dazu, sich für einen einzigen Menschen im Leben zu entscheiden. Die Unabghängigkeit bedeutet, die Freiheit dazu zu besitzen. Sie müssen nicht mehr jedem sexuellen Reiz, der auf Sie einströmt, nachgeben wie ein Süchtiger, dem es nach Alkohol oder einer anderen Droge gelüstet. Sie wissen, das tiefe und nachhaltige Zufriedenheit anders zustande kommt.

Mit Monogamie in die Tiefe kommen

Monogamie bietet auf alle Fälle die Chance, zu tieferen Gefilden in einer Partnerschaft durchzudringen. Um hier wirklich ans Ziel zu kommen, müssen Sie allerdings durchhalten und sich einem Training unterziehen, um letztendlich die Lorbeeren in Empfang zu nehmen. Wie Sie es schaffen können, eine lebenslange Liebe zu leben, erfahren Sie in meinem Artikel "Lebenslange Liebe - das Geheimnis".

Ihnen begegnen dann immer wieder Hürden auf Ihrem Weg. Entweder geben Sie dann auf oder Sie nehmen Sie und gehen weiter. Bewusst zu leben und auf sein Herz zu achten hilft in den meisten Fällen weiter, wenn es hier um Entscheidungen geht. Behalten Sie Ihr persönliches Ziel im Auge. Die tiefe Liebe folgt gewissen Grundgesetzen.

Vielleicht kennen Sie den kategorischen Imperativ aus der Philosophie. Seine Grundform lautet: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Das ist bei dem berühmten Philosophen Immanuel Kant das grundlegende Prinzip der Ethik.


Zu Beginn der Partnerschaft versprechen sich Paare die Treue. Und das meinen beide normalerweise auch ernst. Das Buch "Der Schlüssel zur Treue: Warum es sich lohnt, für die Liebe zu kämpfen" zeigt, wie es im Laufe der Jahre in Beziehungen dazu kommt, dass der Einzelne auf sich selber aufmerksam wird. Er stellt fest, er muss auf sich achten - auch in der Paarbeziehung.

Es entsteht ein Anspruch auf Selbstverwirklichung und das kann eine Partnerschaft unter Druck setzen. Wie Paare die richtige Balance finden können erläutert Hans Jellouschek in seinem Buch. Er ist erfahrener Paartherapeut und bringt an Hand zahlreicher Beispiele aus seiner Praxis eine Methode, wie jedes Paar den für ihn richtigen Weg finden kann.



Lesen Sie hier weiter: 
Wieviel ist eine Beziehung ohne Treue wert?
Treue in der Partnerschaft - Fremdgehen nicht nötig.
Der Seitensprung - was dahinter steckt

Kommentare

  1. Ich komme nicht gerne mit Bibel - auch wenn ich sie persönlich sehr schätze. Viele Menschen wissen damit aber nichts mehr anzufangen. Also: Adam sehnte sich nach einem Gegenüber - einen Menschen also, mit dem er sich austauschen kann, Gedanken, Gefühle und Erlebnisse teilen. Im besten Falle in einer tiefen Harmonie, im Gleichklang. Das zu finden ist ein Glück im Leben. Und dieses Glück mit beiden Händen zu greifen, es Wert zu schätzen, es zu pflegen und immer wieder zu neuer Blüte zu bringen - ist eine würdige, sinn- und lebengebende Aufgabe. Was ist falsch daran? Also bin ich ein bekennender Monogamist - klar doch oder?!

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