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Coronakrise: Was Paare fühlen - Wie wirkt sich die Ausgangsbeschränkung auf die Beziehung aus?

Coronakrise: Was Paare fühlen
Menschen in einer Beziehung verbringen in Zeiten des Homeoffice und der Coronakrise sehr viel  mehr Zeit mit ihrem Partner als sonst. Das Coronavirus hat etwas Außerordenliches bewirkt: Das Zusammenleben von Paaren zeigt sich massiv verändert. In solch einer Extrem-Situation kommt es rasch ans Licht, wie belastbar nicht nur langjährige, gut eingespielte Beziehungen sondern auch frische Partnerschaften sind.

Junge Beziehungen müssen jetzt einer besonderen Belastungsprobe standhalten. Ob das gelingt, zeigt sich sofort unter veränderten Bedingungen. Viel Zeit gemeinsam zu verbringen, in der Wohnung aufeinander zu sitzen, bedeutet, dass Ausweichmöglichkeiten knapp werden. Wie können Paare solche Ausnahmesituation meistern und Streit vermeiden?

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Was die Corona-Krise den Paaren abverlangt

In einer Situation wie der Corona-Krise haben Partner nicht die Möglichkeit, zusammen oder jeder für sich andere Plätze aufzusuchen. Ein Tapetenwechsel ist nicht realisierbar, ein Kneipenbesuch und ein Wellness-Wochenende auch nicht.

Die ganz normalen "Fluchwege" aus dem Alltag sind versperrt. Die Menschen in Beziehungen und Familien sitzen sich buchstäblich auf der Pelle. Private Freiräume werden zu Mangelware.

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Wen wundert es, wenn es da zu vermehrten Konflikten kommt. Bei Auseinandersetzungen können Sie nicht mehr so leicht ausweichen. Es kann leicht zu Missverständnissen und Aggressionen zwischen Ihnen und Ihrem Partner kommen. Beispielsweise wenn einer von Ihnen gerade konzentriert im Homeoffice am Computer arbeitet, während der andere dabei ist, Kaffee zuzubereiten. Ihr Partner fragt, ob Sie auch eine Tasse haben möchten. Sie antworten nicht gleich darauf, weil Sie vertieft in die Arbeit sind.

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Und schwups ist Ihr Mann oder Ihre Frau vielleicht gekränkt. Denn die Homeoffice-Situation in der eigenen Wohnung ist ungewohnt. Normalerweise begegnet man sich zuhause ja ganz privat und erwartet vom anderen Zuwendung. Aber jetzt ist alles anders.

Wenn veränderte Bedingungen zur Belanstungsprobe für die Beziehung werden

In der oben beschriebenen Situation wollte einer dem anderen nur etwas Gutes tun und fühlt sich vor den Kopf gestoßen durch das Schweigen des Partners oder der Partnerin. Vielleicht kommt es deshalb in Gesprächen zu Vorwürfen, die unter "normalen" Bedingungen gar nicht erwähnt werden. Beziehungs-Dramen entstehen auf diese Art, die sonst keine Rolle spielen. Denn die Bedingungen des gemeinsamen Zusammenlebens sind verändert.

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Wer tagtäglich ins Büro geht weiß, welcher Unterschied hier gemeint ist. Das Homeoffice verlangt den Menschen ganz andere Qualitäten ab. Zuhause können Sie sich nicht ganz auf Ihre Arbeit konzentrieren. Sie sind ständig durch andere Sachen abgelenkt. Die Küche muss aufgeräumt werden, die Wäsche gewaschen etc. Außerdem sind Sie jetzt plötzlich  immer für einander ansprechbar. Ganz anders als auf Ihrem Arbeitsplatz bei Ihrem Arbeitgeber.


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Und diese fehlenden Rückzugsorte können häufiger zu Streitigkeiten führen. In dieser neuen Situation wird es plötzlich erforderlich, persönliche Grenzen neu und klar zu definieren und zu artikulieren. Nur so erhält der Einzelne den persönlichen Raum unter diesen etwas anderen Bedingungen, den er braucht. Das zu kommunizieren kann sich für den Partner etwas unfreundlich anhören, besonders dann, wenn man sich noch nicht so lange kennt.

Wenn persönliche Freiräume ein wichtiges Thema werden

Sogar in ganz normalen Zeiten scheint es für manche Paare bereits schwierig zu sein, eigene Freiräume zu beanspruchen. Vielleicht haben Sie das Bedürfnis, manchmal die Wohnung für sich allein zu haben. Oder wollen sich gern mit Ihren Freundinnen treffen ohne dass Ihr Mann oder Ihr Freund dabei ist. Das ist während der Corona-Krise nicht möglich und kann zu Problemen in der Beziehung führen.

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Eine ehrliche und klare Kommunikation ist für Paare sehr wichtig. Formulieren Sie Ihre persönlichen Bedürfnisse und respektieren Sie gegenseitig die Grenzen des anderen. Nehmen Sie die Anliegen Ihres Partners ernst und fühlen Sie sich nicht gleich gekränkt, wenn der andere nicht so reagiert, wie Sie es sich vorstellen. Sich gegenseitig gute Absichten zu unterstellen bringt ein Paar weiter.

Es ist nichts Ungewöhnliches, wenn es in Krisenzeiten in der Partnerschaft zum Streit kommt. Es können unter diesen Bedingungen Dinge und Emotionen auftauchen, die sonst unter den Teppich gekehrt werden. Plötzlich erhalten sie eine ganz neue Wichtigkeit. Das muss aber keine Katastrophe bedeuten. Beide Partner reiben sich dann aneinander. Und es kann dann auch etwas Positives daraus erwachsen.

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Junge Beziehungen reifen schneller heran

Für junge Beziehungen bedeutet so etwas wie die Corona-Krise eine rasantere Entwicklung der Zweisamkeit. Das Paar erlebt Situationen, mit denen es in ruhigeren Zeiten wahrscheinlich noch nicht so rasch in Kontakt gekommen wäre. Eine Beziehungskrise mag entstehen, weil man die Nähe zum Partner zwar genießt aber irgendwann auch persönlichen Freiraum benötigt. Die ganze Zeit aufeinanderzuhängen kann selbst frisch Verliebte irgendwann belasten.

Es ist wichtig, die gemeinsamen Momente selbst zu reflektieren und etwas Abstand zum anderen zu haben. Sich gegenseitig zu vermissen ist ebenfalls eine wichtige Erfahrung, die bei der Ausgangsbeschränkung schwer erlebbar wird. Denn man ist ja fast immer zusammen. Andere Kontakte sind offiziell nicht gestattet.

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Diese gemeinsame Zeit, die Paare jetzt vermehrt mit einander verbringen, sagt nichts über deren Qualität aus. Es ist ganz normal, dass beide Partner zwischendurch mit eigenen, persönlichen Dingen beschäftigt sind, am Handy surfen oder Nachrichten austausen. Je mehr Zeit beide miteinander verbringen, je wahrscheinlicher ist das.

Was der Wechsel von Nähe und Distanz bedeutet

Experten empfehlen Paaren, gerade während der Coronakrise mit all ihren räumlichen Einschränkungen abwechselnd Nähe und Distanz zuzulassen. Zeitweise ist die ungeteilte Aufmerksamkeit für den anderen wichtig und andererseits der Raum, den jeder für sich braucht.

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In dieser Zeit können Paare neue Rituale und Gemeinsamkeiten entdecken und pflegen. Vielleicht decken Sie den Tisch hübsch ein, zünden eine Kerze an und nehmen sich abends die Zeit für ein Dinner zu zweit. Dabei konzentrieren Sie sich ganz bewusst auf Ihren Partner, führen nette Gespräche und genießen ein Gläschen Wein zusammen. Teilen Sie sich gegenseitig Ihre Gedanken, Gefühle und Eindrücke mit

Dabei können auch grundsätzliche Fragen hinsichtlich der gemeinsamen Beziehung aufkommen. Sprechen Sie diese Themen aus, auch wenn es dabei vielleicht zu Konflikten oder unangenehmen Momenten kommt. Dabei lernen sich gerade noch sehr frische Paare im Turboverfahren kennen. Jetzt haben Sie auch die Möglichkeit, sich endgültig für einander zu entscheiden oder doch lieber wieder auseinander zu gehen.


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Manche Paare gehen aus dieser Situation gestärkt hervor, andere ziehen die Reißleine und das Paar trennt sich. Die Beziehungskrise wäre wahrscheinlich in jedem Fall gekommen, vielleicht etwas später.

Der Unterschied im Umgang mit der Coronakrise liegt bei jungen Paaren verglichen mit älteren darin, dass sie ehrlicher zu einander sind. Sie kommunizieren leichter, was beide voneinander halten und was sie sich vom anderen wünschen. Sie zeigen aber auch ganz direkt und offen, welche Gefühle Sie für einander haben.

Ältere Paare diskutieren lieber über alles Mögliche. Jüngere Menschen engagieren sich leichter und bringen sich mehr ein. Sie leben bewusster und aktiver. Die Coronakrise wollen sie bewältigen und alles richtig machen. So verhalten sie sich auch in der Beziehung. Sie sind insgesamt unbelasteter und angstfreier und wollen Gutes tun.

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